Thomas Friese
Ihr Spezialist für Metall- und Edelstahl-Verarbeitung

Oberpfalznetz: Von (ge) | 05.01.2013 | Netzcode: 3521105

Drehscheibe mit allen Finessen

Private technische Meisterleistung bringt Autos vor der Garage in die richtige Position


Sulzbach-Rosenberg. (ge) Dieses Ding ist sicher einmalig in der Herzogstadt: Einige Technik-Fans haben sich einen Wunsch erfüllt und eine Attraktion geschaffen - wenn sie denn öffentlich zugänglich wäre. Aber die hochmoderne Drehscheibe für Autos liegt versteckt in einem Hinterhof. Der Besitzer möchte nämlich keinen Besichtigungs-Tourismus. Unsere Zeitung durfte aber trotzdem einen detaillierten Blick auf das Männerspielzeug aus Metall werfen...

Weil es vor seiner Garage zu eng zugeht, die Zufahrt sehr lang ist und es keine Wendemöglichkeit gibt, kam ein Sulzbach-Rosenberger Geschäftsmann auf die Idee, vor seiner Autohalle einen Drehteller einzubauen: Zunächst vorwärts in Richtung Garage, Auto drehen, rückwärts rein, am nächsten Tag wieder vorwärts raus.

Vier Meter Durchmesser

Aber wie soll das gehen? Thomas Friese, beruflicher Metallbauer und Tüftler, machte sich gemeinsam mit dem Bauherren und einem Bekannten ans Planen.

Eine runde Öffnung im Boden vor der Garage, nur 15 Zentimeter tief und knapp vier Meter im Durchmesser, hatte der Besitzer schon vorbereitet. Da hinein kam nun ein U-Eisen-Gestell aus zwölf einzelnen Segmenten, Kuchenstücken nicht unähnlich.

Ein befreundeter Elektroniker baute die "Hardware" ein und sorgte mit einem per Frequenzumrichter gesteuerten Elektromotor für den stufenlos regelbaren Antrieb. Er kann durch Funkfernbedienung links und rechts gefahren werden, wegen des großen Drehmomentes langsam anfahren, automatisch schneller werden und danach wieder langsam abbremsen.

Der Teller läuft auf hoch belastbaren, kugelgelagerten Kunststofflaufrollen auf einer am Rand der Betonschüssel ausgerichteten Lauffläche aus Metall. Die Abdeckung besteht aus zwölf verzinkten Riffelblech-Platten. Sie sind flexibel verbunden, um eventuelle Unebenheiten auszugleichen. Eingebaute Bürsten sorgen aber schon dafür, dass Schnee und Steinchen die Fahrt nicht beeinträchtigen können. Einfließendes Wasser beseitigt der eingebaute Abfluss.

Projektleiter Thomas Friese hatte ein halbes Jahr für Planung und Fertigstellung veranschlagt. Nach vielen Besprechungen, Berechnungen und Skizzen wurde der endgültige Entwurf im Maßstab 1:1 zunächst auf den Garagenboden des Bauherren übertragen.

Alles zerlegbar

Der Drehteller sollte aus nicht rostendem, verzinkten Stahl in einem Baukastensystem entstehen: viele gleiche Teile, die die Fertigungskosten senken, alles schraubbar, wichtig für Transport und Verpackung und - ein versierter "Schrauber" kann sich diesen Drehteller, unter Anleitung von Thomas Friese, auch selbst zusammen bauen.

Von der ursprünglichen Idee eines großen Drehkranzes kam man schließlich auf ein kleines, hoch belastbares und wartungsfreies Lager. Aber zuerst musste die Aufnahme dieses Zentrallagers extra angefertigt werden - ein Spezialist und Freund des Bauherren aus Gummersbach half nach einigen örtlichen Versprechungen und Fehlschlägen schließlich aus.

Sensoren im Spiel

200 Arbeitsstunden später präsentierte der Bauherr das Projekt den staunenden Nachbarn: Drei Tonnen oder mehr - dies richtet sich nach der Wahl und Belastbarkeit der Laufrollen - kann der Drehteller jetzt bewältigen. Der Clou jedoch: Ein Sensor meldet die exakte Position des auffahrenden Fahrzeuges, wie in einer Autowaschanlage, ein zweiter sorgt für Notstopp bei plötzlichen Hindernissen.

Bei einer kleinen Einweihungsfeier, bei der auch ein Tisch mit Stühlen als beweglicher Brotzeitort diente, durften alle den Drehteller ausprobieren. Jetzt geht alles reibungslos, die Technik-Finessen funktionieren, und das Kind im Manne freut sich: Sorgfältig auffahren, Fernbedienung für Garagentor, Fernbedienung für Drehscheibe - und schon steht das Auto mit dem Heck Richtung Heimat. Einfach schön. . .

TF-Metall Thomas Friese - Großalbershof 19 - 92237 Sulzbach-Rosenberg - Telefon: 09661 906668
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